Auf meiner Amerikareise ist mir mal wieder bewusst geworden, das 'normal' eben nicht 'normal' ist. Wir haben in Deutschland eine ausgeprägte Fahrradkultur. Fast jeder hat eins und fährt auch mal von Zeit zu Zeit. In den USA sind Fahrräder bei weitem nicht so verbreitet. Ältere Touring oder Damenräder die bei uns sehr gebräuchlich sind sieht man nicht. Ein Fahrradfahrer ist etwas ' besonderes'. Deswegen eignet sich das Fahrradfahren auch eher als bei uns als ein Distinktionsmerkmal. Insbesondere im Nordwesten der USA (San Francisco und nördlich, vor allem Portland) gibt es eine regelrechte Bike-Culture. Diese zeichnet sich idealtypisch gesprochen durch folgenes aus:
Wenn man ein Fahrrad hat, dann ein gescheites. 70% der Fahrräder die ich gesehen habe waren (teure) Rennräder, der Rest vorwiegend (teure) mountain bikes und auch ein paar Fixed Gear habe ich gesehen.
- Man ist jung und liberal und mag Bush nicht (bis wirklich überhaupt gar nicht), sieht den Klimawandel als großes Problem, isst Bio und begreift sich als Teil einer neuen Moderne.
- (Und geht vielleicht auch mal auf Demos gegen Polizeigewalt, wie diese beiden Biker auf dem Bild.)
In Portland, der 'Hauptstadt' treibt die Biker Kultur die wildesten Blüten:
"A Multnomah County judge has cleared a nude Portland bicyclist of criminal indecent exposure charges, saying cycling naked has become a "well-established tradition" in Portland.Ich empfehle sehr den Video Beitrag unter dem Foto des bösen Bikers auf der Seite hier.Judge Jerome LaBarre said the city's annual World Naked Bike Ride - in which as many as 1,200 people took part this year - has helped establish the practice as a protest against cars and dependence on fossil fuels."
Nachdem ich die USA hinter mir gelassen hatte sind mir in Mexiko erst mal keine Fahrräder aufgefallen, bis ich in Guatemala war. Zwar gibt es dort nicht so viele Fahrräder wie bei uns, aber dafür sind fast alle von diesen BMX Fahrräder. Warum weiß ich nicht.
Das Bild ist in Livingston aufgenommen. Einer Stadt an der Karibikküste von Guatemala in der viele Garifunas (also Schwarze) wohnen. Diese sind Nachfahren von einer Sklavenlieferung die in St. Vincent gestrandet ist. Die Sklaven befreiten sich und lebten hunderte Jahre, bis zu ihrer endgültigen Niederlage gegen die Engländer 1796, in Freiheit. Da sie sich so stark gegen die Engländer gewehrt hatten wurden sie von diesen verbannt und ihre Nachfahren leben heute verstreut in einigen Gemeinden an der Karibikküste in Belize, Guatemala, Nicaragua und Honduraz. Mehr über diese wirklich faszinierende Volksgruppe findet sich auf Wikipedia.
Vielleicht ist ja eine Schiffsladung voll BMX in Guatemala gestrandet? Das würde deren dortige Dominanz erklären. Hört sich nach einer blöden Geschichte an. So etwas ähnliches ist aber mal mit einer Schiffsladung Akkordeons in Südamerika passiert. Und jetzt ratet mal wo die besten Akkordeonspieler herkommen...



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